Das Wunder vom günstigen Heizen mit Pellets

Es war einmal eine Illusion. Sie lebte in ferner Zeit in einem Land, das man Deutschland nannte und gab vor, dass die Landesbewohner mit Kohle, Öl, Gas oder Fernwärme billig heizen könnten. In dem kleinen Land gab es leider nur Kohle reichlich. So betrieb man denn Handel mit fernen Völkern, als die Kohlevorräte zu Ende gingen und man erkannt hatte, dass es keineswegs eine saubere Energie war, die da in den Schloten qualmte. Am Anfang war das egal – aber mit der Zeit stellte sich in dem kleinen Land der Wohlstand ein – und mit dem Wohlstand wollte man keineswegs die Energieversorger füttern.

Eines Tages hatte ein Erfinder die zündende Idee, ein kleines Holzpellet herzustellen und damit einen automatischen Ofen zu füttern. Das war irgendwann in den Achtziger Jahres dieses Zeitalters. Die besten Erfindungen macht man immer dann, wenn man auf bewährte Ideen zurück greift und sie neu gestaltet. Unser Erfinder war einer von vielen, die auf der Suche nach alternativen Brennstoffen waren – aber seine Idee setzte sich durch! Die erste Pelletfabrik der Welt stand in Oregon, USA. Der erste Pelletofen wurde 1984 auf einer Messe vorgestellt und fand gleich 1000 Käufer. Nicht jeder Amerikaner konnte sich vorstellen, das Holz für den Heizungsvorrat selber zu hacken. Waldreiche Länder wie Schweden und Dänemark erkannten im Holzpellet ihre Zukunftschance. Unser kleines Deutschland brauchte etwas länger. Anfang der Neunziger setzte man Holzpellets bereits in Großanlagen ein, aber die privaten Haushalte zogen erst später nach. Als wichtigster Versorger etablierte sich die German Pellets GmbH, die vier Werke in Deutschland errichtet hatte und Zehntausende deutscher Haushalte mit dem kleinen Pellet beliefern konnte.

Das Märchen vom billigen Heizen wurde viele Jahrzehnte lang an Kaminen und Kachelöfen erzählt. Man verwies stolz auf den neuen Gasofen oder den stinkenden Öltank im Keller und lernte, mit Umweltverschmutzung, Preisexplosionen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten zu leben. Die Ölscheichs aus fernen Ländern waren längst die Mächtigen in dem kleinen Lande. Da machten sich die Pellets auf, damit aufzuräumen! Sie verbrannten praktisch emissionsfrei und CO2-neutral und brachten kuschelige Wärme in jedes Heim, in dem ein moderner Pelletofen stand. Die Besitzer rieben sich alsbald die Hände, denn sie hatten der Kostenlawine ein Schnippchen geschlagen. Heizen mit Holzpellets ist nämlich 25% preiswerter als Gas oder Öl. Das kleine Pellet machte den machthungrigen Scheichs und den Politikern den Garaus, die sich weiterhin auf Kosten von Umwelt und Geldbeutel bereichern wollten. Wie man hört, wollen die Pellets nun den Klimabilanzen des Landes zu Leibe rücken und der Illusion vom billigen Heizen endlich einmal ein wahres Kapitel hinzufügen.

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